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Kids-Bikes 2021: Fünf 24-Zoll Kinderräder im Check

Kids-Bikes 2021: Fünf 24-Zoll Kinderräder im Check

Frischer Wind bei Kinderrädern: Eine neue Generation von Kinder-MTBs sorgt mit einer, funktioneller Ausstattung für viel Fahrspaß. Überladene Bikes gehören, so scheint es, der Vergangenheit an – der 24-Zöller von heute bietet klare Linien und eine ebenso altersgerechte wie dem Einsatzzweck entsprechende Ausstattung.

Noch vor dem Wechsel von der Grund- zur weiterführenden Schule steht beim Thema Fahrrad normalerweise ein wichtiger Schritt an: Das 20-Zoll-Kinderrad wird zu klein, und damit ist es Zeit für das erste richtige Fahrrad. Das 24-Zoll-Bike kann ein klassisches „Schulrad“ mit StVZO-Vollausstattung sein, oder es kann mehr ich Richtung sportliche Nutzung gehen – bis zum neunten oder zehnten Lebensjahr hat sich nämlich häufig schon entschieden, ob das Radfahren nur Mobilität ist oder zur Leidenschaft zu werden verspricht. Ist das Kind nur im Alltag unterwegs, oder hat es Spaß an Touren mit der Familie und flotten Runden mit Freundinnen und Freunden?

Eine neue Generation

24-Zoll-Kinderfahrräder, die für letzteres ideal sind, haben sich in de letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Schwere Modelle mit einfachen Federgabeln, die Sportlichkeit suggerieren, sind auf dem Rückzug; stattdessen setzten die Anbieter auf funktionelles Material, das in Sachen Fahrspaß einen deutlichen Mehrwert bietet. Beispielsweise die Schaltung: Noch vor drei, vier Jahren war es kaum möglich, ein Kinder-Mountainbike ohne Dreifach-Kettenblatt zu bekommen. Für die meisten Hersteller ging der Reiz der vielen Gänge über die Nutzerfreundlichkeit; so verhedderten sich die Kinder im Übersetzungs-Wirrwarr und wurden vom eigentlichen Fahren abgelenkt. Nun statten die großen Marken ihre 24er Bikes durch die Bank mit 1x-Schaltung aus, wobei hinten Ritzelpakete mit sieben bis zehn Gängen zum Einsatz kommen.

Leichtgewichte dank starrer Gabel

Ebenso wie die Dreifach-Kurbel ist auch die Billig-Federgabel kein Muss mehr. Immer mehr Fahrradhersteller montieren Starrgabeln und sparen damit Gewicht; die Stoß- und Vibrationsdämpfung übernehmen voluminöse Reifen. Bulls stattet bei seinen neuen Leichtbau-Kinderrädern die größeren Modelle mit teuren Luftfedergabeln aus – diese wiegen recht wenig und können sehr weich abgestimmt werden, sodass sie auch bei leichten Fahrern gut ansprechen. Wenn dann so!

Die Bremssysteme der Kids-Bikes

Immer wieder für Diskussionen sorgt die Frage, ob an ein Kinderfahrrad Scheibenbremsen gehören. Die Discbrakes lassen sich besser dosieren und erfordern geringere Handkräfte; bei starkem Zug am Hebel beißen sie jedoch auch sehr kräftig zu. Scheibenbremsen sind kompliziert aufgebaut und bringen rund 400 Gramm Mehrgewicht mit, sorgen andererseits für eine aufgeräumtere Optik.

V-Brakes, wie sie auch an den Bikes hier im Check zum Einsatz kommen, sind technisch einfach und damit leicht zu warten. Gerade angesichts des meist geringen Fahrergewichts reicht ihre Bremskraft locker aus; wie alle Felgenbremsen funktionieren sie bei Nässe aber etwas schlechter. Fürs Kids-Bikes wären sie unsere erste Wahl, doch das ist letztlich Geschmacksache. Ohnehin bieten viele Hersteller Discbrakes nur an Modellen mit Federgabel an.

Die hier vorgestellten Modelle sind ohne Zweifel Kinderräder einer neuen Generation – so neu, dass sich so manche/r heute Zwölfjährige darüber ärgern wird, sie knapp verpasst zu haben. Für junge Fahrradfans im ausgehenden Grundschulalter bricht 2021 jedoch ein aufregenden Jahr an. Für den Weihnachtsmann ist es vielleicht zu knapp; um neue Fahrräder kümmert sich jedoch ohnehin eher der Osterhase. Bis dahin ist auch das Wetter wieder besser zum Radfahren geeignet.


Ein kleiner Tipp unsererseits sei an dieser Stelle mit auf den Weg gegeben: Mit dem Kauf 2021 nicht zu lange zögern. Schon 2020 waren Fahrräder und E-Bikes aller Art schnell ausverkauft – vor allem natürlich die beliebtesten Modelle der großen Hersteller. 2021 erwarten viele Experten noch größere Engpässe – wer sich also auf den Osterhasen verlässt schaut am Ende möglicherweise in ein leeres Nest.

Unsere 5 Kids-Bikes im Check

Puky LS-Pro 24: Traditionshersteller auf neuen Wegen

Puky hat für das Modelljahr 2020 sportliche Kinderräder vorgestellt, die den Schwestermodellen von Eightshot in vieler Hinsicht entsprechen. Ein wichtiger Unterschied liegt im Größenspektrum: Während es bei Eightshot von 20 bis 27,5 Zoll geht, rollt das kleinste LS-Pro auf 16-Zoll-Rädern; auf der anderen Seite ist das 24er das größte Rad.

Das Puky ist ein leichtes Sportrad, das sieht man bereits am Rahmen. Dieser sorgt mit kurzem Sitzrohr und hoher Front für eine kindgerecht aufrechte Sitzhaltung, montiert sind 140-mm-Kurbeln, eine 1×8-Schaltung mit leichten Berggängen und V-Bremsen, die natürlich mit speziellen Griffen für kleine Hände bedient werden. Das Puky rollt dauf nur 1,5 Zoll breiten Reifen, die mit dicht stehenden Profilblöcken auch auf Asphalt leicht laufen, dabei aber auf lockerem Untergrund immer noch genug Grip bieten.

Preis: 449,99 Euro
Gewicht: 9,3 Kilo (Herstellerangabe)
Webseite:www.puky.de

Fazit Puky LS-Pro 24

Puky zeigt mit dem LS-Pro 24 eindrucksvoll, dass es auch sportliche Kids-Bikes kann, die nicht nur leicht, sondern auch schön zu fahren sind. Mit der Bereifung charakterisiert sich das Puky LS-Pro 24 nicht als reine offroad-Kompetenz, sondern auch als perfektes Bike auf dem Radweg zur Schule.


Cannondale Kids Quick 24: Preiswert mit schönem Rahmen

Cannondale gehört zu den imageträchtigsten Bikemarken und hat dabei auch technologisch Pionierarbeit geleistet. Bis heute gehören die Aluminiumrahmen des Herstellers zu den leichtesten am Markt; wer ein Rennrad oder MTB der Amerikaner besitzt, dürfte also geneigt sein, der Tochter oder dem Sohn etwas Entsprechendes zu gönnen.

Mit 399 Euro gehört das Quick 24 (Boy’s und Girl’s unterscheiden sich nur durch die Farbe) zu den günstigsten Modellen in unseren Top 5; das merkt man der Ausstattung an, nicht aber dem Rahmen. Mit überschliffenen Schweißnähten und im Rahmeninneren geführten Zügen ist dies der vielleicht schönste Alu-Rahmen im Testfeld – eigentlich die perfekte Basis für ein etwas edleres Modell mit leichter Gabel und höherwertiger Ausstattung. Letztere könnte man natürlich eigenhändig optimieren: So kommt eine schlichte Siebengang-Kettenschaltung mit Tourney-Wechsler mit Drehgriff zum Einsatz, deren Übersetzungsbereich mit 11-28-Ritzelpaket und 30er Kettenblatt weniger groß ausfällt; das Vorderrad wird per Schraubachse befestigt, was umständlich ist, wenn das Bike beispielsweise im Auto transportiert wird. Recht einfach fällt auch der Seitenständer aus, der am sportlich genutzten Bike selbstverständlich abmontiert werden kann. Typisch Cannondale ist das Sattelstützenmaß – 25,4 mm statt der üblichen 27,2 mm.

Der nach oben gekröpfte Riser-Lenker sorgt für eine aufrechte Sitzhaltung, und auch an diesem Rad ist der Vorbau maximal kurz – das lässt bei Wachstumsschüben etwas Spielraum. Mit 29 cm kurzem Sitzrohr fällt der Cannondale-Rahmen eher klein aus; die Überstandshöhe ist mit 587 mm erfreulich niedrig. Gerade für kleinere Kinder günstig ist auch die niedrige Tretlagerhöhe, die Handling und Auf-/Absteigen erleichtert; bedingt ist sie auch dadurch, dass Cannondale mit 1,5 Zoll vergleichsweise schmale Reifen verbaut, die auch weniger hoch bauen. Damit ist das Quick 24 eher ein Allrounder für Beginner als ein richtiges MTB und auch auf Asphalt ziemlich flott – gut geeignet für den Alltagseinsatz und für Touren, aber eben auch eine Basis für individuelles Tuning.

Preis: 399 Euro
Gewicht: k.A.
Webseite: www.cannondale.com

Fazit: Cannondale Kids Quick 24

Cannondale gehört zu den imageträchtigsten Sportmarken und hat dabei auch technologisch Pionierarbeit geleistet. Bis heute gehören die Aluminiumrahmen des Herstellers zu den leichtesten am Markt; wer ein Rennrad oder MTB der Amerikaner besitzt, dürfte also geneigt sein, der Tochter oder dem Sohn etwas Entsprechendes zu gönnen.


Woom 5: Leicht und unverwechselbar

Die Kinderräder von Woom sind leicht erkennbar: Gabel und Hinterbau weiß, dazu eine kräftige Farbe am Hauptrahmen – so hat sich die Marke ein einmaliges Erkennungszeichen gegeben, zumal alle sechs Größen – vom Laufrad bis zum 26-Zoll-Bike – im gleichen Look gehalten sind. Doch die Optik ist längst nicht alles: Das Woom überzeugt mit inneren Werten und einem ausgesprochen geringen Gewicht, dazu ist es vergleichsweise preiswert.

Das für Sieben- bis Elfjährige entwickelte 24-Zoll-Modell entspricht in Sachen Ausstattung weitgehend seinen Mitbewerbern: Am schlanken, leichten Rahmen finden sich Achtgang-Kettenschaltung mit Drehgriff, 29er Kettenblatt und 11-32er Kassette, V-Bremsen sowie mit 1,85 Zoll nicht allzu breite Reifen. Letztere sind auf Laufräder mit nur 20 Speichen montiert, die bereits vom Leichtbau-Gedanken und der kindgerechten Bauweise zeugen – das Woom ist so stabil, wie es für Kinder sein muss, hat dabei aber mit einer Belastbarkeit von 80 Kilo durchaus Reserven. Deutlich vom Gewohnten weicht das Cockpit ab: Lenker und Vorbau sind mit einem Drehgelenk verbunden, das auf einfache Weise eine Höhen- und Längenverstellung der Lenkerposition ermöglicht. Was etwas seltsam aussieht, ist bei längerer Nutzungsdauer praktisch, wo ansonsten ein anderer Vorbau montiert werden müsste; will das Kind gestreckter sitzen, wandert der Lenker allerdings auch etwas nach unten. Insgesamt fällt die Sitzlänge auf dem Woom minimal größer aus als bei anderen 24-Zöllern. Auch an anderen Stellen fallen sinnvolle Details auf: So ist der Kettenschutzring angeschraubt und nicht genietet – sollte er einmal brechen, kann er leicht ausgetauscht werden. Die Naben laufen auf langlebigen Rillenkugellagern.

Mit den nicht allzu breiten Reifen ist das Woom eher Allrounder als Offroader; das Schutzbleche und Gepäckträger montiert werden können, sorgt für zusätzlichen Praxisnutzen. Das geringe Gewicht bewährt sich in jeder Situation: Das Handling wird insgesamt einfacher, auch wenn es darum geht, das Rad einmal über ein Hindernis zu heben.

Preis: 479 Euro
Gewicht: 8,7 Kilo (Herstellerangabe)
Webseite: www.woombikes.com

Fazit: Woom 5

Das Woom ist in allen Details extrem hochwertig ausgestattet, dabei leicht und angesichts des Gebotenen sehr preiswert. Und nicht zuletzt der hohe Wiedererkennungs- und -verkaufswert macht es sehr beliebt.


Bulls Tokee Ultra Lite 24: Carbon für Kids

Die Marke Bulls ist einerseits auf den Massenmarkt ausgerichtet, andererseits tief im MTB-Rennsport verwurzelt – ein eigenes Team und zahlreiche internationale Erfolge sprechen für sich. Bislang orientierten sich die Kinder- und Jugendräder der Marke an Ersterem, doch damit ist nun Schluss: Für 2021 bringt Bulls eine Reihe sehr ungewöhnlicher Kinder-Mountainbikes auf den Markt, die sich eher an sportlich genutztem Material orientieren.

Beim Tokee Ultra Lite 24 nur auf Preis und Gewicht zu schauen, führt in die Irre. Die meisten Wettbewerber wiegen und kosten weniger – doch das Bulls kann mehr. Ist es doch ein vollwertiges Mountainbike mit allem, was dazugehört.

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Außergewöhnlich ist bereits der Rahmen, der aus Carbon gefertigt wird und damit deutlich leichter ist als Aluminium-Modelle. Mit kurzem Sitzrohr und hoher Front ist er kindgerecht ausgelegt; das Tretlager liegt freilich vergleichsweise hoch. Allzu kleine Kinder sollten ohnehin nicht auf das Tokee 24 gesetzt werden, denn auch wenn die hochwertige Luftfedergabel sensibel anspricht, braucht sie doch ein gewisses Maß an Druck, um aktiv zu werden. Ein weiteres Highlight des Rahmens ist die komplett integrierte Zug- und Leitungsführung bis in die Kettenstreben hinein – aufgeräumter geht es nicht.

Wie es sich für ein echtes Mountainbike gehört, ist das Bulls natürlich mit Scheibenbremsen ausgestattet, dazu mit einer 1x-Schaltung, die hier allerdings mit zehn Ritzeln von 11 bis 46 Zähnen ausgestattet ist. Zusammen mit dem 29er Kettenblatt ergibt sich ein sehr großer Übersetzungsumfang, der leichte Gänge für Steilpassagen parat hat.

Ziemlich (um nicht zu sagen über-) breit fallen die Reifen aus: Mit 2,35 Zoll haben sie in Relation zum Durchmesser fast schon Fatbike-Ausmaße, dabei jedoch das große Plus, dass sie wie die Felgen tubeless gefahren werden können. Das senkt das Laufradgewicht und verbessert gleichzeitig Rollwiderstand und Pannenschutz. Für Alltagstauglichkeit sorgen Steckplätze für spezielle Akkuleuchten, wobei das Rücklicht ziemlich weit unten liegt.

Angesichts dieser Ausstattungsmerkmale ist das Tokee Ultra Lite 24 mit 900 Euro konkurrenzlos billig – und auch die Eltern werden ein bisschen neidisch sein, denn das günstigste Carbon-Hardtail für Erwachsene kostet bei Bulls derzeit 1.599 Euro. Nur die schlichte Sattelkerze sollte einer richtigen Patentstütze weichen.

Preis: 899,95 Euro
Gewicht: 10,6 Kilo (Herstellerangabe)
Webseite: www.bulls.de

Fazit: Bulls Tokee Ultra Lite 24

Carbonrahmen, Luftfedergabel und Zehngangschaltung – an die Technik des Bulls kommt keiner ran, und zu diesem Preis schon gar nicht. Ein Leckerbissen für ambitionierte Offroad-Kids und Bike-affine Eltern.


KTM Wild Speed Disc 24.9: MTB-Technik für Offroad-Kids

KTM als reinrassige Sportmarke zu beschreiben, wäre nicht übertrieben. In Sachen E-MTB hat der österreichische Traditionshersteller Pionierarbeit geleistet, und auch Mountainbikes ohne Motor kann KTM. Warum das also nicht auf Kindergröße herunterbrechen?

Mit dem 2021er Wild Speed macht der Anbieter noch einmal einen großen Schritt nach vorne. Der Rahmen mit der geraden Übergang vom Oberrohr zu den Sitzstreben und Leitungsführung im Oberrohr sieht erwachsener aus; neu bei KTM ist die Kombination aus 1×9-Schaltung und Federgabel. Mit kurzem Vorbau und hoher Front ist das Rad wie ein modernes Trailbike geschnitten; die Bereifung erscheint maßstabsgerecht verkleinert und fällt mäßig voluminös aus. 80 mm Federweg reichen locker aus für kleine Piloten; mehr Federweg würde den Lenker zu weit nach oben verschieben und den sportlichen Charakter des KTM verwässern. Kindgerecht ist die Lenkerform mit leicht zum Fahrer hin orientiertem Griffbereich; mit dem Schwalbe Black Jack ist ein Reifen montiert, der recht gut auf Asphalt rollt mit mit dem offenen Profil im Bereich der Schulterstollen im Gelände ordentlich Grip bietet.

Einen Nachteil hat die neue, schönere Rahmenform allerdings: Im Vergleich zum alten Wild Speed mit dem Kinderrad-typischen Knick ist die Überstandshöhe um fast 6 cm größer. Damit steigt das Einstiegsalter an, und der Start ins Mountainbiker-Leben auf dem KTM muss vielleicht auf den nächsten Geburtstag verschoben werden.

Preis: 549 Euro
Gewicht: 11,8 Kilo (Herstellerangabe)
Webseite: www.ktm-bikes.at

Fazit: KTM Wild Speed Disc 24.9

Das neue Wild Speed ist noch sportlicher und erfreut mit echter MTB-Technik zum interessanten Preis. Mit der neuen Geometrie wendet es sich an etwas größere Kids, die auch mit dem Gewicht klarkommen sollten.

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